Aspekte zur Hamburger Postgeschichte (31): Die "Gezähnten" kommen! (2)

Der zweite Teil meiner "Aspekte" zu den gezähnten Ausgaben beginnt mit der Wertstufe zu 2 Schilling. Hier zuerst ein paar prachtvolle Einheiten:

Als Einzelfrankatur war der 2-Schilling-Wert bestimmt für die Post nach Lübeck sowie von und nach Ritzebüttel (Cuxhaven):

So ging das natürlich nicht - 2 Schilling (statt 7) war dann wohl doch ein wenig "optimistisch":

Mehrfachfrankaturen - very "easy" (nämlich per 2) nach Preussen:

Frankatur nach Frankreich unzureichend - vermutlich 2.Gewichtsstufe (blaue "2" links oben)
Frankatur nach Frankreich unzureichend - vermutlich 2.Gewichtsstufe (blaue "2" links oben)

Eine "Kombi" haben wir noch:

2 1/2 Schilling nach Mecklenburg
2 1/2 Schilling nach Mecklenburg

Die Wertstufe zu 3 Schilling

Als Einzelfrankatur war der 3-Schilling-Wert das Porto nach Bremen und Oldenburg:

Als Mehrfachfrankaturen...

... und als Kombinationsfrankaturen

Die Wertstufe zu 4 Schilling

Oberrandstreifen mit allen Rändern. 12 Streifen à 8 Marken ergab die Bogengröße von 96 Stück
Oberrandstreifen mit allen Rändern. 12 Streifen à 8 Marken ergab die Bogengröße von 96 Stück

Als Einzelfrankatur deckte der 4-Schilling-Wert das Porto nach Preußen. Das entsprach 3 preußischen Silbergroschen.

Für Briefe aus dem Briefkasten (ab 1.1.1865) galt auch der 4-Schilling-Tarif ins Thurn & Taxis`sche Postgebiet
Für Briefe aus dem Briefkasten (ab 1.1.1865) galt auch der 4-Schilling-Tarif ins Thurn & Taxis`sche Postgebiet

Eine Mehrfachfrankatur

Dieser Brief aus gleicher Korrespondenz "Holst, Amsterdam" , wie oben, war doppelt schwer und daher korrekt mit 8 Schillingen frankiert
Dieser Brief aus gleicher Korrespondenz "Holst, Amsterdam" , wie oben, war doppelt schwer und daher korrekt mit 8 Schillingen frankiert

Zwischendurch eine Kuriosität:

Was hat sich der Absender dabei gedacht? Im hannöverschen Haselünne waren die Hamburger Briefmarken natürlich nicht gültig. Der Brief stammt vom 8.Dezember 1865 und hat den Postweg nach Berlin korrekt durchlaufen. Der Empfänger durfte Nachporto bezahlen.
Was hat sich der Absender dabei gedacht? Im hannöverschen Haselünne waren die Hamburger Briefmarken natürlich nicht gültig. Der Brief stammt vom 8.Dezember 1865 und hat den Postweg nach Berlin korrekt durchlaufen. Der Empfänger durfte Nachporto bezahlen.

Zum Schluss eine feine Kombination

Aus dem Briefkasten, dann der preußischen Post übergeben. 4 Silbergroschen (links unten "4" in Rötel) war der Tarif, das entsprach 5 1/3 Schillingen, die auf "5 1/2" aufgerundet wurden.  Es sind bisher nur 2 Briefe nach Warschau bekannt geworden.
Aus dem Briefkasten, dann der preußischen Post übergeben. 4 Silbergroschen (links unten "4" in Rötel) war der Tarif, das entsprach 5 1/3 Schillingen, die auf "5 1/2" aufgerundet wurden. Es sind bisher nur 2 Briefe nach Warschau bekannt geworden.

Die Wertstufe zu 7 Schilling

Die Wertstufe zu 9 Schilling

Ein dekorativer Oberrandstreifen. Sie sehen, wie unterschiedlich gut (oder schlecht) die Zentrierung der Marken ist.
Ein dekorativer Oberrandstreifen. Sie sehen, wie unterschiedlich gut (oder schlecht) die Zentrierung der Marken ist.
Eine ziemlich gleichmäßige Zentrierung
Eine ziemlich gleichmäßige Zentrierung
Einer der wenigen noch komplett erhaltenen Markenbögen. Ein paar Altersfleckchen am Rand, sonst farbfrisch wie von "Goldners Wäscheleine"!
Einer der wenigen noch komplett erhaltenen Markenbögen. Ein paar Altersfleckchen am Rand, sonst farbfrisch wie von "Goldners Wäscheleine"!
Das "Pièce de Résistance" der gezähnten Ausgaben. Der seltene 9-Schilling-Wert auf Brief nach Maracaibo. Aus dieser sogenannten "Swift-Penny-Korrespondenz" sind 5 Belege bekannt. Dieser ist meiner Meinung nach der Schönste - statt des meist verwendeten blauen Strichstempels zeigt er drei klare Abschläge des Ortsstempels.
Das "Pièce de Résistance" der gezähnten Ausgaben. Der seltene 9-Schilling-Wert auf Brief nach Maracaibo. Aus dieser sogenannten "Swift-Penny-Korrespondenz" sind 5 Belege bekannt. Dieser ist meiner Meinung nach der Schönste - statt des meist verwendeten blauen Strichstempels zeigt er drei klare Abschläge des Ortsstempels.

Und damit endet die Freimarkenausgabe von 1864.